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Visueller Kortex

Neurowissenschaft

Definition

Der visuelle Kortex ist der Bereich der Großhirnrinde, der visuelle Informationen verarbeitet. Er befindet sich im Hinterkopf (Okzipitallappen) und ist sowohl für das Sehen als auch für die visuelle Vorstellung zuständig.

Ausführliche Erklärung

Der visuelle Kortex (auch Sehrinde) umfasst mehrere Areale im Okzipitallappen, die für die Verarbeitung visueller Informationen spezialisiert sind. Der primäre visuelle Kortex (V1) erhält direkte Eingaben vom Thalamus und verarbeitet grundlegende visuelle Merkmale wie Kanten und Orientierungen. Höhere visuelle Areale (V2-V5) analysieren komplexere Merkmale wie Farbe, Bewegung und Formen. Bei der visuellen Vorstellung werden diese Areale durch Top-Down-Signale vom präfrontalen Kortex aktiviert, ohne dass echte visuelle Eingaben vorliegen. fMRT-Studien (Milton et al. 2021, Cerebral Cortex Communications) zeigen bei Menschen mit Aphantasie vor allem eine veränderte präfrontal-visuelle Konnektivität statt einer pauschal „reduzierten“ Aktivierung des visuellen Kortex. Die Integrität des visuellen Kortex ist für lebhafte mentale Bilder dennoch wichtig.

Schlagworte

  • visueller Kortex
  • Sehrinde
  • V1
  • Okzipitallappen
  • Gehirn

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