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VVIQ – Der Original-Fragebogen von Marks (1973)

Der VVIQ (Vividness of Visual Imagery Questionnaire) ist das Original-Instrument, mit dem die Forschung die Lebhaftigkeit visueller Vorstellungen erfasst. Hier: Aufbau, Verwendung, Grenzen – und warum unser eigener Test VST-16 heißt. Neu: Du kannst das Original hier kostenlos ausfüllen.

  • David Marks, 1973
  • 16 Items · 4 Szenen
  • Skala 1–5 · Summe 16–80
  • Original kostenlos ausfüllen

Original-VVIQ ausfüllen

Hier kannst du den Original-Fragebogen von David Marks kostenlos ausfüllen: 16 Aussagen in vier Szenen, jede bewertest du mit geschlossenen Augen auf einer Skala von 1 bis 5. Das ist die gängige Fassung nach der Anleitung von 1995; die erste Fassung von 1973 fragt jede Szene zusätzlich mit offenen Augen ab. Die Auswertung ordnet deine Summe in die Bereiche von Wright et al. (2024) ein.

Der Fragebogen erscheint im englischen Original. Eine vom Autor freigegebene, frei nutzbare deutsche Fassung haben wir nicht gefunden, deshalb übersetzen wir ihn nicht selbst.

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Der Fragebogen oben ist das Original von David Marks (1973), keine Eigenentwicklung dieser Seite: englischer Wortlaut von davidfmarks.net, Anleitung und Skala in der Fassung von 1995, Einordnung nach Wright et al. (2024). Er beruht auf Selbstauskunft und ist kein diagnostisches Verfahren. Unser eigener Test, der VST-16, ist dagegen eine Eigenentwicklung und nicht unabhängig validiert.

Aufbau des Original-VVIQ

Der Test besteht aus 16 Items in vier thematischen Gruppen, bewertet auf einer Skala von 1 bis 5. Er misst, wie lebhaft Menschen sich Alltagsszenen innerlich vorstellen können. Werte ≤ 32 gelten in der Forschung als Konvention für Aphantasie (Dance et al. 2021, 2022; Dawes et al. 2020; Keogh et al. 2021; Wicken et al. 2021) – die Grenze ist allerdings willkürlich gesetzt und unterscheidet sich zwischen Studien (Blomkvist & Marks 2023).

Der VVIQ fragt nur nach visuellen Vorstellungen. Hören, Riechen, Schmecken, Berührung, Körperempfindung und Gefühl erfasst er nicht – dafür gibt es den PSI-Q (Andrade et al. 2014).

Mehr zum PSI-Q

Zum kostenlosen Aphantasie-Test

Geschichte und Verwendung in der Forschung

David Marks veröffentlichte den VVIQ 1973 im British Journal of Psychology. Auch die Aphantasie-Forschung seit Zeman et al. (2015) nutzt den VVIQ-Gesamtwert, um Menschen mit sehr schwacher oder fehlender visueller Vorstellung zu beschreiben. Welche Werte dabei als Aphantasie gelten, legen die Studien unterschiedlich fest:

Dawes et al. 2020≤ 32: schwache visuelle Vorstellung
Zeman et al. 202016–23: Aphantasie
Wright et al. 202416: Aphantasie · 17–32: Hypophantasie · 33–74: typisch · 75–80: Hyperphantasie

Grenzen des Instruments

  • SelbstberichtDer VVIQ misst, wie lebhaft Menschen ihre eigenen Vorstellungen einschätzen. Innere Bilder lassen sich nicht direkt mit denen anderer vergleichen – die Antworten hängen davon ab, wie man die Skala für sich auslegt.
  • Willkürliche GrenzenMarks selbst nennt die Grenzwerte willkürlich („arbitrary“); sie unterscheiden sich zwischen Studien (Blomkvist & Marks 2023).
  • Keine DiagnoseEin VVIQ-Wert ordnet die eigene Vorstellung auf einem Spektrum ein. Er ist keine medizinische Diagnose – Aphantasie ist keine Krankheit.

Original-VVIQ und unser VST-16

David Marks stellt den VVIQ auf seiner Website (davidfmarks.net) für Forschende und Interessierte zur freien Nutzung bereit und betont, dass er kein Screening-Instrument für klinische oder neurologische Zustände ist. Auf seiner Seite zum VVIQ-2 schreibt Marks: „Researchers and interested individuals are free to use this questionnaire without seeking permission from the author“. Wer Ergebnisse mit der Forschungsliteratur vergleichen will, soll laut Marks Anleitung und Format des Originals einhalten; von unvalidierten Fassungen, wie sie kommerzielle Anbieter gewinnorientiert bewerben, rät er ab. Deshalb kannst du das Original oben auf dieser Seite ausfüllen, im englischen Wortlaut und mit Quellenangabe. Daneben bieten wir den VST-16 an: einen eigenen Selbsttest mit gleichem Aufbau und in eigenen Worten formulierten Items.

Der VST-16 übernimmt den Aufbau des Originals (16 Items in 4 Szenen, Skala 1–5, Summe 16–80), formuliert aber alle Items neu. Er ist nicht separat psychometrisch validiert. Seine Werte sind deshalb eine Orientierung und nicht eins zu eins mit Werten aus VVIQ-Studien vergleichbar. Wer seinen Wert direkt mit Studien vergleichen möchte, nutzt das Original.

Quellen

  1. Marks, D. F. (1973). Visual imagery differences in the recall of pictures. British Journal of Psychology, 64(1), 17–24. doi:10.1111/j.2044-8295.1973.tb01322.x
  2. Zeman, A., Dewar, M. & Della Sala, S. (2015). Lives without imagery – Congenital aphantasia. Cortex, 73, 378–380. doi:10.1016/j.cortex.2015.05.019
  3. Dawes, A. J., Keogh, R., Andrillon, T. & Pearson, J. (2020). A cognitive profile of multi-sensory imagery, memory and dreaming in aphantasia. Scientific Reports, 10, 10022. doi:10.1038/s41598-020-65705-7
  4. Zeman, A. et al. (2020). Phantasia – The psychological significance of lifelong visual imagery vividness extremes. Cortex, 130, 426–440. doi:10.1016/j.cortex.2020.04.003
  5. Blomkvist, A. & Marks, D. F. (2023). Defining and ‘diagnosing’ aphantasia: Condition or individual difference? Cortex, 169, 220–234. doi:10.1016/j.cortex.2023.09.004
  6. Wright, D. J. et al. (2024). An international estimate of the prevalence of differing visual imagery abilities. Frontiers in Psychology, 15, 1454107. doi:10.3389/fpsyg.2024.1454107

Häufige Fragen zum VVIQ

Was ist der VVIQ?

Der Vividness of Visual Imagery Questionnaire (VVIQ) ist ein Fragebogen von David Marks (1973). Er erfasst mit 16 Items, wie lebhaft sich jemand Szenen vor dem inneren Auge vorstellen kann. Jedes Item wird auf einer Skala von 1 bis 5 bewertet, die Summe liegt zwischen 16 und 80.

Kann ich den Original-VVIQ hier ausfüllen?

Ja, oben auf dieser Seite: kostenlos, ohne Anmeldung und im englischen Original-Wortlaut, den David Marks zur freien Nutzung bereitstellt. Die Auswertung nutzt die Bereiche von Wright et al. (2024). Deine Summe bleibt nur in deinem Browser – im Tab oder, wenn du es wählst, auf deinem Gerät. Unser eigener Test, der VST-16, folgt demselben Aufbau mit eigenen Items und dauert ca. 5 Minuten.

Ab welchem VVIQ-Wert spricht man von Aphantasie?

Einen einheitlichen Grenzwert gibt es nicht. Verbreitet ist 32 oder weniger (u. a. Dawes et al. 2020); Zeman et al. (2020) nutzen 16–23; Wright et al. (2024) werten nur den Minimalwert 16 als Aphantasie und 17–32 als Hypophantasie. Marks selbst nennt die Grenzen willkürlich (Blomkvist & Marks 2023).

Worin unterscheiden sich VVIQ und VST-16?

Der VVIQ ist das Original-Instrument aus der Forschung. Der VST-16 ist unser Test: gleicher Aufbau (16 Items, 4 Szenen, Skala 1–5), aber eigene Items und nicht separat validiert. Er dient der persönlichen Orientierung, nicht der Diagnose.

Erfasst der VVIQ auch Hyperphantasie?

Ja, der VVIQ deckt das ganze Spektrum visueller Vorstellung ab. Wright et al. (2024) ordnen Werte von 75–80 als Hyperphantasie ein. Mehr dazu und ein eigener Test: Hyperphantasie-Test.

Den VST-16 machen

Unser eigener, kostenloser VST-16 misst die visuelle Vorstellung: 16 Szenen, ca. 5 Minuten, Ergebnis sofort, ohne Anmeldung.

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