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Aphantasie

Kernbegriffe

Definition

Aphantasie ist die Unfähigkeit, willentlich mentale Bilder zu erzeugen. Menschen mit Aphantasie können sich Gesichter, Orte oder Objekte nicht visuell vorstellen, obwohl sie diese erkennen und beschreiben können. Der Begriff wurde 2015 vom Neurologen Adam Zeman geprägt.

Ausführliche Erklärung

Aphantasie beschreibt das Fehlen oder die starke Einschränkung der Fähigkeit zur visuellen Vorstellung. Der Begriff leitet sich vom griechischen „a“ (ohne) und „phantasia“ (Vorstellungskraft, Imagination) ab und wurde 2015 vom britischen Neurologen Adam Zeman eingeführt. Streng definiert ist etwa 1 % der Bevölkerung betroffen, unter Einschluss angrenzender Hypophantasie rund 4 % (Wright et al. 2024; Dance et al. 2022). Menschen mit Aphantasie haben ein funktionierendes Gedächtnis und können kreativ sein, nutzen aber andere kognitive Prozesse als Visualisierung. Sie denken oft konzeptuell, verbal oder über andere Sinnesmodalitäten. Aphantasie kann angeboren oder erworben sein, letzteres etwa nach Hirnverletzungen, Schlaganfällen oder im Zusammenhang mit psychischen Erkrankungen wie Depression. Die Entdeckung der eigenen Aphantasie erfolgt oft erst im Erwachsenenalter, da Betroffene nicht wussten, dass andere Menschen tatsächlich „sehen“ können, wenn sie sich etwas vorstellen.

Schlagworte

  • Aphantasie
  • mentale Bilder
  • Visualisierung
  • Vorstellungskraft
  • Adam Zeman

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