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Synästhesie

Neurowissenschaft

Definition

Synästhesie ist eine neurologische Besonderheit, bei der die Stimulation eines Sinnes automatisch Erfahrungen in einem anderen Sinn auslöst. Zum Beispiel können Buchstaben als Farben wahrgenommen werden.

Ausführliche Erklärung

Synästhesie bezeichnet die unwillkürliche Verknüpfung verschiedener Sinneswahrnehmungen, etwa das „Sehen“ von Farben beim Hören von Musik oder das „Schmecken“ von Worten. Etwa 4% der Bevölkerung haben eine Form von Synästhesie. Die häufigsten Formen sind Graphem-Farbe-Synästhesie (Buchstaben/Zahlen lösen Farbempfindungen aus) und Ton-Farbe-Synästhesie. Synästhesie ist das Gegenteil von Aphantasie insofern, als sie übermäßige sensorische Kopplungen darstellt. Interessanterweise können Aphantasie und Synästhesie gleichzeitig auftreten: Eine Person könnte Synästhesie für Klänge haben, aber keine visuellen Vorstellungen erzeugen können. Die neurowissenschaftliche Forschung zeigt erhöhte Konnektivität zwischen sensorischen Arealen bei Synästheten, während bei Aphantasie nach bisherigen Befunden vor allem eine veränderte Kopplung zwischen präfrontalem und visuellem Netzwerk beschrieben wird (Milton et al. 2021, doi:10.1093/texcom/tgab035).

Schlagworte

  • Synästhesie
  • Sinneswahrnehmung
  • Farbhören
  • sensorische Kopplung

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