PSIQ (Plymouth Sensory Imagery Questionnaire)
Forschung
Definition
Der PSIQ ist ein Fragebogen, der die Vorstellungsfähigkeit über sieben Modalitäten misst: visuell, auditiv, olfaktorisch, gustatorisch, taktil, körperliche Empfindung (Bodily Sensation) und emotionale Fühlung (Emotional Feeling). Er ist umfassender als der rein visuelle VVIQ (Andrade et al. 2014, doi:10.1111/bjop.12050).
Ausführliche Erklärung
Der Plymouth Sensory Imagery Questionnaire (PSIQ) erfasst die Lebhaftigkeit von Vorstellungen über den visuellen Bereich hinaus. Er fragt in sieben Bereichen ab, wie lebhaft man sich etwas vorstellen kann: Sehen, Hören, Riechen, Schmecken, Tasten, körperliche Empfindung (Bodily Sensation) und Gefühl (Emotional Feeling), jeweils auf einer Skala von 0 bis 10. Die Langform hat 35 Items (5 pro Bereich), die Kurzform 21 Items (Andrade et al. 2014, British Journal of Psychology, doi:10.1111/bjop.12050). In der Originalstudie waren Sehen und Hören im Mittel am lebhaftesten. Entwickelt wurde der Fragebogen, bevor der Begriff „Aphantasie“ geprägt war; heute wird er auch genutzt, um zu beschreiben, ob eine schwache Vorstellung nur das Sehen oder mehrere Sinne betrifft. Viele Menschen mit Aphantasie berichten auch in anderen Sinnen schwächere Vorstellungen (Dawes et al. 2020; Zeman et al. 2020).
Schlagworte
- PSIQ
- Fragebogen
- Sinnesmodalitäten
- Plymouth
- sensorische Vorstellung
Verwandte Begriffe
- VVIQ (Vividness of Visual Imagery Questionnaire)Der VVIQ ist ein standardisierter Fragebogen zur Messung der Lebhaftigkeit visueller Vorstellungen. Er besteht aus 16 Items, bei denen Teilnehmer ihre Fähigkeit zur Visualisierung auf einer 5-Punkte-Skala bewerten.
- AphantasieAphantasie ist die Unfähigkeit, willentlich mentale Bilder zu erzeugen. Menschen mit Aphantasie können sich Gesichter, Orte oder Objekte nicht visuell vorstellen, obwohl sie diese erkennen und beschreiben können. Der Begriff wurde 2015 vom Neurologen Adam Zeman geprägt.
- Mentale BilderMentale Bilder sind innere visuelle Vorstellungen, die ohne äußeren Reiz entstehen. Sie ermöglichen es, Objekte, Szenen oder Personen vor dem „inneren Auge“ zu sehen, etwa beim Erinnern, Träumen oder Planen.
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